Am Tor des Wertstoffhofs umzudrehen, weil das Personal deine Ladung nicht annimmt, ist ärgerlich. Meist trifft es Dinge, die besondere Schutzmaßnahmen brauchen oder für die es eigene Rücknahmewege gibt. Wenn du vorher weißt, was nicht auf den Hof darf, sparst du dir die Fahrt und findest gleich den richtigen Weg.
Die Regeln legt jede Kommune selbst fest. Die folgenden Gruppen sind aber an sehr vielen Höfen ausgeschlossen oder nur unter Auflagen erlaubt. Prüf im Zweifel die Angaben deines Hofs.
Gefährliche Baustoffe: Asbest und künstliche Mineralfasern
Asbest nimmt ein normaler Wertstoffhof nicht an. Asbest steckt zum Beispiel in alten Wellplatten aus Faserzement, in manchen Blumenkästen, Fensterbänken, Bodenbelägen und Kleber aus Gebäuden, die bis Mitte der 1990er-Jahre gebaut oder renoviert wurden (Herstellung und Verwendung sind in Deutschland seit 1993 verboten, vorhandene Bestände wurden aber teils noch einige Jahre verbaut). Beim Brechen, Bohren oder Schleifen können Fasern frei werden, die beim Einatmen schwere Krankheiten auslösen können.
Wenn du Asbest vermutest, bau die Teile nicht selbst aus und zerkleinere nichts. Für Arbeiten an asbesthaltigen Bauteilen gelten strenge Vorschriften. Beauftrage eine Fachfirma mit der nötigen Sachkunde. Die Entsorgung läuft über spezielle Annahmestellen oder Deponien, oft nur nach Anmeldung und in staubdicht verpackter Form. Deine Kommune oder dein Entsorger sagt dir, welche Stelle zuständig ist.
Ähnlich ist es bei alter Mineralwolle, also Glas- oder Steinwolle aus Dämmungen. Ältere Produkte gelten als möglicherweise krebserzeugend. Viele Höfe nehmen sie gar nicht oder nur verpackt in bestimmten Säcken an. Frag vorher nach, bevor du einen Dachboden ausräumst.
Explosive und brennbare Gegenstände
Einige Dinge können in einem Container oder einer Presse gefährlich werden. Deshalb sind sie auf den meisten Höfen ausgeschlossen.
- Gasflaschen: Propangasflaschen gibst du beim Händler oder Flaschentausch zurück, denn die meisten gehören gar nicht dir, sondern sind Pfand- oder Tauschflaschen. Kleine Kartuschen, etwa für Campingkocher, nehmen manche Schadstoffsammlungen an, wenn sie leer sind.
- Feuerlöscher: Viele Höfe nehmen sie nicht an. Fachbetriebe für Brandschutz und manche Händler nehmen alte Feuerlöscher zurück, teils gegen Gebühr.
- Feuerwerk, Munition und Sprengstoff: Bei Fundmunition oder alten Waffen rufst du die Polizei. Bei Feuerwerksresten fragst du beim Händler oder bei deiner Kommune.
- Lose Akkus mit Schäden: Aufgeblähte oder beschädigte Lithium-Akkus gibst du nie einfach in einen Container. Klebe die Pole ab, sprich das Personal an oder bring sie zur Schadstoffsammlung.
Schadstoffe außerhalb der Annahmezeiten
Farben, Lacke, Lösemittel, Pflanzenschutzmittel, Chemikalien und Altöl sind gefährliche Abfälle. Manche Wertstoffhöfe haben dafür eine eigene Annahmestelle mit geschultem Personal. Viele andere nehmen diese Stoffe gar nicht an oder nur an bestimmten Tagen.
Wenn dein Hof keine Schadstoffannahme hat, ist das Schadstoffmobil der richtige Weg. Es fährt in vielen Kommunen zu festen Terminen durch die Stadtteile. Das Schadstoffmobil ist für haushaltsübliche Schadstoffe aus Privathaushalten gedacht, also für die Reste aus Keller und Garage. Größere Mengen, Gewerbeabfälle oder unbekannte Fässer aus einem Betrieb nimmt es in der Regel nicht an.
Ein paar Sonderfälle:
- Altöl: Wer Motoröl verkauft, muss gebrauchtes Öl in der Regel bis zur gekauften Menge zurücknehmen. Bewahre den Kassenbon auf.
- Medikamente: Sie gehören in vielen Kommunen in den Restmüll, gut verpackt. Manche Apotheken nehmen sie freiwillig zurück. Kippe Medikamente nie in Toilette oder Waschbecken.
- Quecksilber-Thermometer: Sie gehören zur Schadstoffsammlung. Ist eins zerbrochen, lüfte gründlich und sammle die Kügelchen mit Handschuhen und Papier ein.
Gewerbeabfall und große Mengen
Kommunale Wertstoffhöfe sind in erster Linie für Privathaushalte da. Abfälle aus Handwerk, Gastronomie, Praxen oder Baustellen nehmen sie häufig gar nicht oder nur gegen deutlich höhere Gebühren an. Für Gewerbeabfälle gelten eigene Pflichten zur Trennung und zum Nachweis.
Auch bei Privatleuten ziehen die Höfe Grenzen. Eine komplette Badsanierung, ein abgerissener Schuppen oder der Bauschutt eines ganzen Kellers sind keine haushaltsüblichen Mengen mehr. Hier ist ein Containerdienst oder eine gewerbliche Annahmestelle die passende Lösung.
Dinge mit eigenem Rücknahmeweg
Manche Abfälle nimmt der Hof zwar vielleicht an, du hast aber einen einfacheren Weg:
- Pfandflaschen und Pfanddosen gibst du im Handel zurück.
- Batterien kannst du dort zurückgeben, wo Batterien verkauft werden, meist an einer Sammelbox am Ausgang. Die Rückgabe ist kostenlos.
- Autobatterien muss jeder Händler, der Fahrzeugbatterien verkauft, kostenlos zurücknehmen, auch ohne Neukauf. Kaufst du eine neue Batterie und gibst die alte nicht ab, fällt ein gesetzliches Pfand an, das du bei späterer Rückgabe zurückbekommst.
- Altreifen nimmt die Werkstatt beim Reifenwechsel meist gegen Gebühr mit.
- Kleine Elektrogeräte kannst du bei vielen größeren Händlern auch ohne Neukauf abgeben.
Normaler Hausmüll und Biomüll
Ein voller Restmüllsack gehört in die Restmülltonne, nicht auf den Wertstoffhof. Das Gleiche gilt für Küchenabfälle, Windeln und Hygieneartikel. Manche Kommunen verkaufen für Übermengen zusätzliche Restmüllsäcke, die du neben die Tonne stellen darfst. Frag bei deinem Entsorger nach, ob es so ein Angebot gibt.
Was tun, wenn der Hof etwas ablehnt?
Lass abgelehnte Abfälle auf keinen Fall vor dem Tor oder in der Nähe stehen. Das gilt als illegale Ablagerung und kann ein Bußgeld kosten. Frag das Personal, wohin du den Abfall stattdessen bringen kannst. Die Mitarbeiter kennen die Wege in deiner Kommune meist gut und nennen dir die zuständige Stelle.