Auf die Frage, was Sperrmüll kostet, gibt es keine bundesweite Antwort. In der einen Stadt holt die Kommune dein altes Sofa ohne Extrakosten ab, im Nachbarkreis zahlst du pro Abholung oder pro Kubikmeter. Der Grund: Jede Kommune legt ihre Abfallgebühren in einer eigenen Satzung fest.
Du kannst trotzdem gut einschätzen, womit du rechnen musst. Dieser Ratgeber zeigt dir die üblichen Abrechnungsmodelle und die Faktoren, die den Preis treiben.
Die drei Wege und ihre typischen Kosten
Für Sperrmüll aus dem Haushalt gibt es drei Wege. Sie unterscheiden sich im Preis und im Aufwand für dich.
| Weg |
Typische Abrechnung |
Dein Aufwand |
| Kommunale Abholung |
kostenlos in der Gebühr enthalten, pauschal pro Termin oder nach Kubikmetern |
Termin anmelden, Sachen an die Straße stellen |
| Wertstoffhof |
haushaltsübliche Mengen häufig kostenlos oder günstig, darüber nach Volumen oder Gewicht |
selbst laden, fahren und ausladen |
| Entrümpler oder Abholdienst |
Angebot nach Volumen, Etage, Tragewegen und Aufwand |
fast keiner, dafür am teuersten |
Die kommunalen Wege sind fast immer günstiger als ein privater Dienst. Dafür musst du dich an Termine, Mengengrenzen und Regeln halten.
So rechnen Kommunen die Abholung ab
Bei der Sperrmüllabholung begegnen dir vor allem diese Modelle:
- In der Grundgebühr enthalten: Du zahlst über deine Abfallgebühren mit und kannst eine bestimmte Zahl an Abholungen pro Jahr ohne Zusatzkosten bestellen. Manchmal gilt das pro Haushalt, manchmal pro Grundstück.
- Pauschale pro Abholung: Du zahlst einen festen Betrag pro Termin, meist bis zu einer bestimmten Menge. Je nach Kommune liegt das meist zwischen einem kleinen und einem mittleren zweistelligen Betrag, für Zusatzleistungen wie eine Expressabholung kann es auch mehr sein.
- Abrechnung nach Volumen: Du gibst an, wie viele Kubikmeter du hast, und zahlst pro Kubikmeter. Oft gibt es eine Mindestmenge.
- Expressabholung: Einige Kommunen bieten gegen Aufpreis einen schnelleren Termin oder eine Abholung direkt aus der Wohnung an.
Welche Variante bei dir gilt, steht in der Abfallgebührensatzung oder auf der Website deines Entsorgers. Viele Entsorger haben auch eine Hotline, die dir die Kosten am Telefon nennt.
So rechnen Wertstoffhöfe ab
Am Wertstoffhof sind kleine Mengen Sperrmüll in vielen Kommunen kostenlos, weil die Abfallgebühren den Betrieb des Hofs mitfinanzieren. Ab einer bestimmten Menge wird es häufig kostenpflichtig. Die Grenze liegt oft bei einer Pkw-Ladung oder einem bestimmten Volumen pro Tag.
Gängige Abrechnungsarten am Hof sind:
- Nach Volumen: Das Personal schätzt die Menge, etwa in Kubikmetern oder als „Kofferraum“ und „Anhänger“.
- Nach Gewicht: Größere Höfe haben eine Fahrzeugwaage. Du fährst voll drauf und leer wieder runter.
- Pauschal pro Fuhre: Ein fester Preis pro Pkw oder Anhänger, unabhängig vom Inhalt.
Für Wertstoffe wie Metall, Elektroschrott, Papier oder Glas zahlst du als Privatperson meist nichts, auch wenn du für Restsperrmüll eine Gebühr zahlst. Es lohnt sich also, die Ladung zu Hause gut zu trennen.
Wovon der Preis abhängt
Neben dem gewählten Weg treiben einige Faktoren die Kosten nach oben oder unten.
Menge: Der wichtigste Faktor. Schätze die Menge vorher realistisch. Ein Kubikmeter entspricht ungefähr einem Würfel mit einem Meter Kantenlänge. Ein zerlegter Kleiderschrank, ein Sessel und ein paar Kisten können schnell zwei Kubikmeter füllen.
Sortenreinheit: Wenn du Holz, Metall und Elektrogeräte vom Restsperrmüll trennst, zahlst du am Hof oft weniger. Gemischte Ladungen zählen teils komplett als Restabfall.
Störstoffe: Bauschutt, Farbreste oder Reifen zwischen den Möbeln führen dazu, dass der Hof die Ladung ablehnt oder teurer abrechnet. Gleiches gilt bei der Abholung, die solche Teile meist stehen lässt.
Aufwand beim Abholdienst: Bei privaten Diensten zählen Etage, fehlender Aufzug, lange Tragewege, Demontage und Wartezeiten. Lass dir den Preis vorher schriftlich geben.
So sparst du beim Sperrmüll
Ein paar einfache Schritte senken die Kosten spürbar:
- Verschenken oder verkaufen: Alles, was jemand anderes noch nutzt, kostet dich nichts bei der Entsorgung.
- Freimengen nutzen: Wenn deine Kommune kostenlose Abholungen pro Jahr anbietet, plane größere Aufräumaktionen so, dass du diese nutzen kannst.
- Trennen: Metall, Elektrogeräte und Altpapier gibst du getrennt ab, damit sie nicht als kostenpflichtiger Restsperrmüll zählen.
- Zerlegen: Zerlegte Möbel nehmen weniger Volumen ein. Bei Abrechnung nach Kubikmetern spart das bares Geld.
- Angebote vergleichen: Bei Entrümplern schwanken die Preise deutlich. Hol dir mindestens zwei oder drei Angebote.
Vorsicht bei sehr günstigen Angeboten
Wenn ein Abholdienst einen auffällig niedrigen Preis nennt und keine Rechnung ausstellen will, ist Vorsicht angebracht. Unseriöse Anbieter laden Sperrmüll manchmal illegal in der Natur ab. Wird der Abfall zu dir zurückverfolgt, kann es Ärger mit der Behörde geben. Achte auf eine ordentliche Rechnung, einen Firmensitz und nachvollziehbare Angaben zur Entsorgung.