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Altreifen entsorgen

Altreifen entsorgen: beim Reifenwechsel, beim Händler oder am Wertstoffhof? Kosten je nach Anbieter, Unterschied mit und ohne Felge, Tipps für Fahrrad und Co.

5 Min. Lesezeit Stand:

Irgendwann ist das Profil runter, der Reifen ist rissig oder zu alt. Dann brauchst du neue Reifen, und die alten müssen weg. Altreifen dürfen weder in den Hausmüll noch zum Sperrmüll. Sie haben eigene Entsorgungswege, die meist etwas kosten. Mit ein paar Infos wählst du den einfachsten davon.

Warum Altreifen eine eigene Entsorgung brauchen

Ein Autoreifen besteht aus Gummi, Stahl, Textilfasern und verschiedenen Zusatzstoffen. In einer Müllverbrennungsanlage stört er wegen seines Stahlgürtels und seiner Größe, und auf einer Deponie darf er nicht landen. Deshalb sammeln Werkstätten, Händler und manche Wertstoffhöfe Reifen getrennt.

Gesammelte Reifen werden auf verschiedenen Wegen verwertet. Gut erhaltene Karkassen lassen sich runderneuern, also mit einer neuen Lauffläche versehen. Andere werden zu Granulat zerkleinert, das zum Beispiel für Sportplatzbeläge, Matten oder Dämpfungselemente dient. Ein Teil wird als Brennstoff, etwa in Zementwerken, genutzt.

Weg 1: Beim Reifenwechsel abgeben

Der einfachste Weg ist die Werkstatt, die dir die neuen Reifen montiert. Fast alle Reifenhändler und Werkstätten nehmen die alten Reifen beim Wechsel zurück. Sie verlangen dafür in der Regel eine Gebühr pro Reifen, die auf der Rechnung als Entsorgungs- oder Umweltpauschale auftaucht.

Frag vor dem Termin nach der Höhe dieser Pauschale, wenn du Angebote vergleichst. Bei manchen Anbietern ist die Entsorgung schon im Montagepreis enthalten, bei anderen kommt sie extra dazu.

Auch wenn du Reifen online bestellst und bei einer Partnerwerkstatt montieren lässt, kann die Werkstatt die alten Reifen meist gegen Gebühr behalten. Kläre das bei der Buchung.

Weg 2: Beim Reifenhändler ohne Neukauf

Du hast alte Reifen im Keller, aber keinen Wechsel geplant? Viele Reifenhändler nehmen Altreifen auch ohne Kauf an, wieder gegen eine Gebühr pro Reifen. Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zur Rücknahme wie bei Elektrogeräten gibt es für Reifen nicht. Ruf deshalb vorher an und frag nach Preis und Menge.

Weg 3: Am Wertstoffhof

Einige Wertstoffhöfe nehmen Altreifen von Privatpersonen an. Meist kostet das eine Gebühr pro Stück, und oft gilt eine Höchstmenge, zum Beispiel ein Satz pro Anlieferung. Andere Höfe nehmen gar keine Reifen an und verweisen auf den Handel. Prüf vor der Fahrt die Angaben deines Hofs. Mehr Hinweise findest du unter Altreifen.

Häufig unterscheiden die Höfe auch nach Größe. Pkw-Reifen nehmen sie eher an als große Reifen von Transportern, Traktoren oder Lkw. Für solche Reifen bist du bei einem Reifenfachbetrieb oder einem spezialisierten Entsorger besser aufgehoben.

Mit oder ohne Felge?

Ob der Reifen noch auf der Felge sitzt, macht einen Unterschied:

  • Ohne Felge: Das ist der Standardfall. Die Gebühr ist meist niedriger.
  • Mit Stahlfelge: Viele Annahmestellen nehmen Kompletträder an, verlangen aber oft einen Aufpreis, weil Reifen und Felge getrennt werden müssen. Manche Höfe wollen nur Reifen ohne Felge.
  • Mit Alufelge: Gut erhaltene Alufelgen lassen sich häufig verkaufen. Lass dir die Reifen in der Werkstatt abziehen und biete die Felgen an.

Wenn du Felgen ohne Reifen loswerden willst, gehören sie zum Altmetall. Am Wertstoffhof oder beim Schrotthändler kannst du sie in der Regel abgeben.

Reifen von Fahrrad, Motorrad und Co.

Für Fahrradreifen und Schläuche gelten oft andere Regeln. In vielen Kommunen dürfen einzelne Fahrradreifen in den Restmüll, anderswo nimmt der Wertstoffhof sie getrennt an. Fahrradhändler nehmen sie beim Wechsel manchmal mit.

Motorradreifen und Rollerreifen nehmen Motorradwerkstätten und viele Reifenhändler an, auch hier gegen Gebühr. Reifen von Schubkarren, Rasenmähern oder Kinderfahrzeugen gehören je nach Kommune in den Restmüll oder zum Wertstoffhof.

Was du nicht tun solltest

  • Reifen in der Natur abladen: Das ist eine Ordnungswidrigkeit und kann teuer werden. Alte Reifen in Wald oder Feld sind leider ein häufiges Problem, für das am Ende die Allgemeinheit zahlt.
  • Reifen verbrennen: Beim Verbrennen entstehen giftige Gase und Rückstände. Das ist verboten.
  • Reifen an „Sammler“ abgeben: Bei Haustürsammlern ohne Firmensitz weißt du nicht, wo die Reifen landen. Bleib bei Werkstätten, Händlern und dem Wertstoffhof.

Noch fahrbereit? Dann verkaufen

Reifen mit ausreichend Profil und einem nicht zu hohen Alter lassen sich oft noch verkaufen, etwa wenn du das Auto gewechselt hast. Das Alter erkennst du an der DOT-Nummer auf der Flanke: Die letzten vier Ziffern stehen für Produktionswoche und Jahr. Viele Fachleute raten, Reifen nach einer gewissen Zahl von Jahren unabhängig vom Profil zu ersetzen, weil das Gummi altert. Sei beim Verkauf deshalb ehrlich zu Alter und Zustand.

Richtig lagern bis zur Entsorgung

Bis du die Reifen abgibst, lagerst du sie kühl, trocken und dunkel. Reifen ohne Felge stellst du stehend hin, Kompletträder legst du liegend übereinander oder hängst sie auf. Lagere sie nicht neben Heizöl, Lösemitteln oder einer Heizung. Im Freien sammelt sich in Reifen Regenwasser, in dem sich Mücken vermehren.

Preise vergleichen lohnt sich

Die Gebühren für Altreifen unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Wenn du ohnehin neue Reifen kaufst, vergleiche den Gesamtpreis aus Reifen, Montage, Auswuchten und Entsorgung, nicht nur den Reifenpreis. Manche Werkstätten werben mit günstigen Reifen und berechnen die Entsorgung extra. Hast du nur ein, zwei alte Reifen im Keller, rufe beim Wertstoffhof und bei einem Reifenhändler in deiner Nähe an und frag nach dem Preis pro Stück. Oft lohnt es sich auch, die Reifen beim nächsten Wechsel einfach mitzubringen.

Häufige Fragen

Was kostet die Entsorgung von Altreifen?
Das hängt vom Anbieter ab. Werkstätten, Händler und Wertstoffhöfe verlangen meist eine Gebühr pro Reifen, mit Felge häufig etwas mehr. Frag vorher nach, denn die Preise unterscheiden sich je nach Region und Betrieb.
Muss ein Reifenhändler meine alten Reifen annehmen?
Eine allgemeine gesetzliche Rücknahmepflicht wie bei Elektrogeräten gibt es für Reifen nicht. Die meisten Händler und Werkstätten nehmen Altreifen aber gegen Gebühr an, beim Reifenwechsel ohnehin. Ruf im Zweifel vorher an.
Darf ich Altreifen in den Sperrmüll geben?
Nein, Autoreifen sind in den meisten Kommunen ausdrücklich vom Sperrmüll ausgeschlossen. Bring sie zur Werkstatt, zum Reifenhändler oder zu einem Wertstoffhof, der Reifen annimmt.
Wohin mit alten Felgen?
Felgen ohne Reifen gehören zum Altmetall. Du kannst sie am Wertstoffhof oder beim Schrotthändler abgeben. Gut erhaltene Alufelgen lassen sich oft noch verkaufen.

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